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Mein FSJ beim DRK-Stadtverband Haltern am See e.V.

Aus der Sicht des ehemaligen FSJler´s Fabian Maximilian Schulte

...verantwortungsvoll, kreativ, anstrengend, erfüllend, abenteuerlich, nervend, schön und noch vieles mehr. Das waren die ersten Gedanken, als mich mein ehemaliger Chef fragte, ob ich einen Text zu meinen Erfahrungen aus dem FSJ schreiben könnte. Nun gut, aber wer bin ich denn eigentlich?

Foto: Zwei FSJler vorm RTW
Foto: DRK, von links: Fabian Maximilian Schulte, Hendrik Bösing

Mein Kollege Hendrik Bösing und ich, Max Schulte waren in der vergangenen 'Saison' die beiden FSJ`ler beim DRK Haltern am See. Wir lernten uns erst durch das FSJ kennen. Wir wollten beide Medizin studieren und unsere Zivildienstzeit einfach sinnvoll nutzen. Schließlich ist das FSJ ein Pluspunkt in jeder Bewerbung, sowohl bei Ausbildungsbetrieben als auch Universitäten. Letztendlich kannst Du das Jahr zur beruflichen „Selbstfindung“ nutzen oder direkt Deine Eignung für einen sozialen Beruf praktisch testen. Da lag es für uns nahe sich für ein FSJ im Rettungsdienst zu bewerben. Was das eigentlich bedeutet im Rettungsdienst zu arbeiten, war uns im Groben durch unser ehrenamtliches Engagement während der Schule klar. Hendrik war beim DLRG Haltern in der Wasserrettung tätig und ich half bereits beim DRK Coesfeld als Rettungshelfer auf Sanitätsdiensten mit.

Ehrenamtliches Engagement in Bereichen der Ersten Hilfe ist keine Voraussetzung für diese FSJ-Stelle. Jedoch ist es unabdingbar sich vorab über den Arbeitsbereich „Rettungsdienst“ zu informieren.

Bevor wir mit unserer Arbeit beim DRK Haltern anfangen konnten, haben wir eine Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert, welche in drei vierwöchige Abschnitte unterteilt ist.

Nach der bestandenen Prüfung zum Rettungssanitäter, waren wir schon mittendrin im FSJ, ohne es überhaupt gemerkt zu haben. Die ersten Arbeitstage an unserer Einsatzstelle waren ereignisreich und spannend. Man lernt den Wachalltag kennen und vor allem lernt man eigenständiges und verantwortungsvolles Arbeiten. Dieses fängt jeden Morgen mit der Fahrzeugüberprüfung an und endet nicht vor Dienstschluss. Man muss sich auf seinen Teampartner im Einsatz zu 100% verlassen können. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Kranken- oder Rettungstransport handelt. Einem Menschen in einer Notsituation zu helfen, ist ein einmaliges und kaum beschreibbares Gefühl. Doch dazu gehören wichtige medizinische Kenntnisse über den menschlichen Körper, sowie Wissen über Gefahren an Einsatzstellen.

Dieses theoretische Wissen müssen wir unter dem Stress einer Notfallsituation praktisch umsetzen, um den Kollegen und uns selbst im Einsatz nicht zu gefährden, als auch die Situation und das Handeln am Patienten richtig einzuschätzen. Mein Tipp für die ersten Einsätze, erst einmal den eigenen Puls fühlen, Ruhe bewahren und dann los legen.

Wer das jetzt liest und denkt das hört sich nach einem großen Abenteuerspielplatz zum austoben an, sollte sein FSJ vielleicht nicht im Rettungsdienst absolvieren, Angst ist aber genauso Fehl am Platze. Wachalltag bedeutet aber auch, viel oder wenig Zeit zu haben. So kann es Tage ohne einen einzigen Einsatz geben und es kann Tage geben, an denen Du den Aufenthaltsraum nicht einmal von Innen sehen wirst. Ein gesunder Mix aus Freizeit und Arbeitszeit. Du kannst nach getaner Arbeit in der Wache Deine Zeit eigenständig nutzen. Gemeinsames Kochen, Lesen, Lernen oder Besuche von ehemaligen FSJlern lassen eigentlich keine Langeweile aufkommen.

Jeden Tag wirst Du die Rettungswache in Haltern am See nicht zu sehen bekommen. 25 Tage des Jahres verbringst Du bei Seminaren, die entweder in Münster, Bremen oder Gemen stattfinden. Hendrik und ich haben aus den Seminaren unheimlich viel mitnehmen können. Du wirst individuell betreut und vor allem lernst Du viele FSJler aus anderen Einsatzbereichen kennen. Eine multikulturelle Truppe, die viel erlebt und Dir viel Halt geben kann. Das FSJ ist kein Platz zum ,,spielen“ sondern Arbeitsalltag. Es tut gut bei seinen ersten Schritten in die Arbeitswelt begleitet und vor allem unterstützt zu werden, sei es durch Deine Teamer oder durch Deine Seminargruppe. Du lernst während der Seminarfahrten (natürlich auch während der eigentlichen Arbeit), im Rahmen von Workshops, Veranstaltungen und Unternehmungen, Deine eigenen Fähigkeiten und die Grenzen Deiner eigenen Belastbarkeit kennen.

Willst Du dich nun auf das einmalige Erlebnis FSJ einlassen und Deine eigene Kontaktfähigkeit und soziale Kompetenz ausbauen, dann informiere Dich, und wage den Schritt. Es wird sicherlich nicht immer einfach sein. Jedoch wirst Du eine Menge Erfahrungen sammeln und für Deinen späteren Lebensweg mitnehmen können. Sowie bei Hendrik und mir. Hendrik ist dabei geblieben Medizin zu studieren. Ich für meinen Teil kann jetzt sagen, dass ich auch durch die Zeit im FSJ und bei den Seminaren, noch einige andere Perspektiven für meine Zukunft entdeckt habe.

Das FSJ – eine (Grenz)Erfahrung:

Wer seine eigenen Grenzen nicht kennt, findet nur sehr schwer die richtige Distanz zu anderen...
Ernst Ferstl

 

Haltern am See, 01.12.2009

 

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